Archiv für Februar 2009

no kissing zone

ich kann valentinstag nicht ausstehen. aber die spinnen, die briten.

ein gottesbeweis auf google earth

don‘t waltz with germany.


eins vorweg: „waltz with bashir“ ist ein grausam-schoener film, der en passant als „animierte dokumentation“ genre-grenzen sprengt, souveraen mit der aesthetik der verdraengung genauso jongliert wie er sich der aesthetisierung des traumatischen verweigert – kurz, der film kommt dem ideal von kunst und aufklaerung in vielen punkten naeher, als ich es fuer moeglich gehalten haette. fuer diejenigen, die keine ahnung haben worum es in dem film geht (ich verrate nicht zuviel, ihr koennt auch weiterlesen wenn ihr den film noch sehen wollt):
der protagonist des films (der regisseur) wird sich, zwanzig jahre nach seinem einsatz im libanon, gewahr, dass er den krieg aus seinem „system verbannt hat“. trotz anstrengungen bleibt sein bild des krieges lueckenhaft – vor allem der tag und die nacht des massakers von sabra und shatila sind eine klaffende leere, die nur ein seltsames traumbild symbolisch fuellt:
traumszene (nicht irritieren lassen von den franzoesischen untertiteln, der entscheidende teil ist textlos…)
in der folge versucht er durch befragungen ehemaliger kameraden aus der idf zu rekonstruieren was geschehen ist – im libanon und mit ihm. was einer „einfachen“ dokumentation verwehrt bleibt, kann die animation leisten: sie kann inszenierung, selbstinszenierung, traum und wirklichkeit als reale teile des bedeutungshorizonts ineinanderfliessen lassen. dass das nicht unkompliziert abgeht, erstaunt wenig, ueberfordert aber wohl einige, wie ich bei meinem allmorgentlichen internetspaziergang feststellen konnte – im folgenden kurz einige statements und eine kurze einschaetzung meinerseitz. et voila: (mehr…)

goettingen dissen mit den klassikern I.

„Goettingen selbst ist in Bologna lange nicht so bekannt, wie man schon, der Dankbarkeit wegen, erwarten duerfte, indem es sich das deutsche Bologna zu nennen pflegt. Ob diese Bennenung zutreffend ist, will ich hier nicht untersuchen; auf jeden Fall unterscheiden sich beide Universitaeten durch den einfachen Umstand, dass in Bologna die kleinsten Hunde und die groessten Gelehrten, in Goettingen hingegen die kleinsten Gelehrten und die groessten Hunde zu finden sind“
Heinrich Heine, „Die Baeder von Lucca“

„so alte menschen gibt es garnicht“

kluge hat das kapital verfilmt. und politisch ist das resultat so ungefaehrlich, dass es sogar lob im faz-feuilleton erntet – oder ist es aesthetisch so subversiv, dass es dem feuilleton nicht auffaellt, wie an seinem ohrensessel gesaegt wird? vermutlichst beides und keins davon. wer aber wissen will, dass wir ohne marx garkeine arbeit haetten, der sollte mal reingucken, wie helge schneider das erklaert:
hartzhelge