Archiv für August 2009

neuer header?

weltgeist ist so ein vollidiot. proffesor_innenfamilie und elitestudium in usa. gleichzeitig klassenbewusstsein predigen.

so ein aufrechter, nicht klassenkämpfender arbeiter mit namen „.“ in der diskussion auf dorfdisco. ich überlege, ob ich das zu meinem neuen headertext machen sollte, auch um meine wahre identität geheim zu halten. wie seht ihr das? man könnte das auch noch erweitern (oder ersetzen durch)

Ich denke aber, dass Weltgeist und Fire&Flames aus nem anderen Grund Vollidioten sind. Sie wären gerne das was softbrain, ich und nen paar andere nie sein wollten: Waschechte Arbeiterkinder.

so dorfdisco, der neuerdings seine schwere kindheit anführen muss, um in diskussionen oberwasser zu bekommen, und sich auf einmal auf all das beruft, was er gestern noch verleugnet hat (ohne erkennbaren erkenntnisfortschritt).

antidenglisch

vor den olympischen spielen in peking wurden auf anweisung der stadtverwaltung zahlreiche originelle englische übersetzungen auf schildern durch korrekte(-re) übertragungen ersetzt. hieß es vorher:

„To take notice of safe: The slippery are very crafty“

liest der besucher heute:

„caution, slippery path“

trotzdem hält sich das sogenannte „chinglish1“ hartnäckig und sorgt für verwirrung, amüsement und arbeitsplätze in der fremdenführer- und schildermalerbranche. weniger stark beachtet, teils genauso lustig immer aber verwirrend, ist, was ich gerne antidenglisch2 nennen würde. strategisch scheint sich die verwendung antidenglischer slogans und überschriften aus mehrerlei quellen zu speisen. entweder klingt die forderung auf deutsch so dämlich, dass man sie lieber hinter einer anderen sprache versteckt oder man will gezielt niemanden ansprechen der einen sonst verstehen könnte oder man meint cooler und weltgewandter rüber zu kommen, wenn man ganz poppy3 auf antidenglisch schreibt. da man sich ja aber überwiegend mit anderen deutschsprachig aufgewachsenen auseinandersetzt, macht es ja nix, dass die grammatik mit dem holzhammer aus dem deutschen ins englische geprügelt wird und die vokabeln augenscheinlich grundsätzlich nichtmal auf leo.org gegengecheckt werden – wie viele englischsprachige genossInnen vermutlich deshalb schon an augenkrebs gestorben oder sich einfach nur totgelacht haben, wird wohl für immer im dunkeln bleiben – dennoch möchte ich im gedenken an diese hier eine sammlung veranstalten: posted die lustigsten verirrungen antideutschen sprachsalats und gewinnt eine tolle überraschung! gerne mit bild und/oder quelle, im notfall auch ohne. hier zwei beispiele zum warm werden:

„push your head towards the air“

was das heißen soll, ist v.a. im zusammenhang mit dem darauffolgenden eintrag, der sich nicht mit dem gaza-krieg befasst, wohl aber damit, dass man recht hat, völlig unklar.

„one time to many“

beide gefunden in der antidenglischen fundgrube „cosmojl“4

  1. 1. nicht zu verwechseln mit dem pidgin-englisch der chinesischstämmigen einwandererInnen in den USA 2. für all euch freundInnen der seichten unterhaltung: auf http://www.flickr.com/groups/chinglish/pool/with/3839785213/ findet ihr über 3000 (!) bilder von den originellsten chinglishen fundstücken. [zurück]
  2. nun gibt es leider, wie ich mittlerweile herausgefunden habe, sprachnazis die sich dem sogenannten anti-denglisch verschrieben haben und die deutsche sprache reinhalten möchten. von dergleichen widerlichkeiten distanziere ich mich meilenweit. mein hohn und spott gilt jener sich gebildet gebärdenden halbbildung die sich mit einem wörterbuch in der hand über ihr publikum erhaben fühlt… ansonsten befürwortet weltgeist anglizismen, sprachmutationen und schreibweisenfreestyle. [zurück]
  3. „poppy“ heißt mohnsamen und nicht wie hier impliziert poppig. jener antidenglismus begegnete mir vor einigen monaten in einem interview… [zurück]
  4. sein freund und genosse „combatpourliberte“ muss leider draußen bleiben, obwohl dieser ja schon mit dem namen seines blogs etwas neues einführt. nennen wir es antidrancais…. [zurück]

aus gegebenem anlass

1.
hat glaub ich mehr analyse zu bieten als die geballte denkleistung hinter diesem satz:

Das hat mir die Sekte mit dem angeblichen Headquater in Berlin eingetrichter. Weil es doch viel schlauer ist die Ausbeutung zu überwinden anstatt sich in ihr besser Einrichten zu wollen. Zumal die Annehmlichkeiten (und die sind, seien wir ehrlich, sehr spärlich sind)die man sich da so klassenkämpferisch erstreitet bei der nächsten Schieflage des Ladens wieder futsch sind.

mit dem dorfdisco versucht zu erläutern, warum er gegen klassenkampf ist (siehe vorletztes posting) die überwindung der ausbeutung findet vermutlich als strategisches ineinandergreifen von antinationalen paraden, flugblättern, discobesuchen und gruppenmeditation statt. ps.: „und die sind…sehr spärlich sind“, „angebliches Headquarter“ – auf punkte kommen ist das eine, sie überhaupt haben das andere.

2. ich bin dann mal weg.

„wir wollen nicht aufgeben und wir geben auch nicht auf. nee, keine chance.“

die maßnahme.

dorfdisco, seines zeichens stilberater für menschen in schwierigen lebenslagen1 und freizeitdenunziant, hat etwas sehr interessantes rausgefunden:

Quatsch! Wer Links ist, soll gefälligst nicht auf Unterschichtsromantik machen und die Finger vom Klassenkampf lassen. Zumal es zusätzlich noch extrem peinlich rüberkommt wenn man sich nach wie vor bei den Eltern das Bett von Haushälterinnen machen lässt.

gut. unterschichtenromantik ist ja nun auch wirklich saupeinlich. auch dass es peinlich ist, wenn die eltern eine haushälterin beschäftigen – kann sein. meine hatten nie eine. vermutlich würde ich auch nicht wissen wie ich’s der linken sagen soll. aber wer links ist sollte die finger vom klassenkampf lassen? ich hätte, selbiger logik folgend, noch ein paar dinge hinzu zu fügen:

1. wer links ist: sollte die finger vom antirassismus lassen, besonders wenn er weiße eltern hat.
2. wer links ist: sollte die finger vom feminismus lassen, besonders wenn er als mann geboren ist.
3. wer links ist: sollte die finger vom kampf gegen homophobie lassen, besonders wenn er heterosexuelle eltern hat.
4. wer links ist: sollte die finger vom antimilitarismus lassen, besonders wenn zuhause kein krieg ist.

stattdessen muss es ums ganze gehen. das heißt – irgendwie unter „kapitalismus“ leiden ist ok, aber finger weg von gesellschaftlichen auseinandersetzungen! irgendwo zwischen hedonismus (read: techno und oberprimanerejakulat) und adoleszentem weltschmerz wird sich schon die unbeleckte identität eines irgendwie lustigen kritikers entspannen. so umgeht man elegant die bürgerliche unterstellung die tucholsky so schön beschrieb:

Wenn ein Kommunist arm ist, dann sagen die Leute, er sei neidisch. Gehört er dem mittleren Bürgertum an, dann sagen die Leute, er sei ein Idiot, denn er handele gegen seine eignen Interessen. Ist er aber reich, dann sagen sie, seine Lebensführung stehe nicht mit seinen Prinzipien im Einklang.
Worauf denn zu fragen wäre: Wann darf man eigentlich Kommunist sein –?

indem man eine neue kategorie erfindet: kommunist sein ohne es zu sein. eine selbstlegitimatorische farce, die sich inzwischen wohl sogar ihres antideutschen gewandes entledigt hat um zu sich selbst zu kommen und ganz ohne umschweife das ressentiment als kritik zu feiern. ist ja auch lustiger so.

  1. da der weg aus der linken in den buddhismus, der früher in der lage war selbstverwirklichung und produktive eingliederung in die mehrheitsgesellschaft zu verbinden, aus kulturellen gründen verstellt ist, werden inzwischen weit komplexere strategien zur selbstentlinksung entwickelt…. [zurück]