quod demonstrandum errat – verfahren wegen des brandes im kreishaus vor der einstellung.

nach informationen des göttinger tageblattes steht das verfahren wegen des brandes im kreishaus anfang diesen jahres kurz davor auch formal eingestellt zu werden – noch gibt es keinen beschuldigten, das verfahren richtet sich weiterhin gegen unbekannt. was sicherlich gute nachrichten für die menschen sind, die wenige tage nach dem brand von der polizei in ihrer wohnung überfallen wurden. da nun augenscheinlich die dunkelheit in der die behörden mit ihrem szenetypischenanschlagskonstrukt tappen so dermaßen finster ist, dass einige zusatzinformationen keine verdunklungsgefahr mehr bedeuten, wird uns, dem staunenden publikum, auch noch das eine oder andere schmankerl mehr serviert: so haben die legendären mantrailer-hunde, die durch eis und schnee noch nach tagen vom kreishaus bis in die rote straße gelaufen waren und mit ihrem bellen den genauen ort der polizeiaktion bestimmten, nicht nur fast schon überhundliche riechkräfte sondern haben auch eine gaaaaanz heiße spur verfolgt: geschnüffelt hatten sie an einem beschrifteten pappdeckel, der nicht nur von mehreren personen angefasst wurde, sondern auch überhaupt nicht am „tatort“ gefunden worden war. da die behörden also trotz ihrer schon fast bewundernswerten fantasie also zu wenig belastbaren ergebnissen kommen, wir ja aber die erfahrungen der letzten monate nicht einfach verpuffen lassen wollen, hier eine kurze zusammenfassung der, mit aller vorsicht zu genießenden, juristisch vermutlich nur mittelbelastbaren, bis jetzt zu schlussfolgernden ergebnisse, die kurzes nachdenken über das vorgehen der göttinger repressionsbehörden und ihres pressedienstes zulassen. „bewiesen wäre“:
1. dass szenetypische linke ganz szenetypisch was gegen abschiebungen haben (wenn die hunde wirklich noch nach fünf tagen riechen konnten, welche wege ein pappschild getragen wurde).
2. dass es augenscheinlich in der göttinger polizei karrierechancen gibt, wenn man der neuen direktive der innenminister folgt und sich als linkenfresser profiliert. das ist die charmante interpretation, alternativen wären:
2a. die göttinger polizei hatte persönliche rechnungen zu begleichen.
2b. die göttinger polizei ist so naiv wie sie sich gerne gibt.
– diese noch offene frage könnte sich aber klären, sobald es wirklich einen runden tisch gibt, an dem die „linken vorurteile“ gegenüber der polizei abgebaut werden sollen. da kann man dann bestimmt mal dem polizeipräsidenten auf die schulter klopfen und fragen: hey, was mir so auf der seele brennt – seid ihr einfach beknackt, karrieregeil oder nur reaktionär? ich bin sicher, das wird zu antworten führen, die die frage nicht zuletzt durch die wahl des mediums klären.
3. selbst der pressedienst der göttinger repressionsbehörden, das göttinger tageblatt, hat eine schmerzgrenze. egal wie sehr man versucht eine linke bedrohung zusammenzuschreiben indem man permanent polizeipresseitteilungen übernimmt – die realität weigert sich einfach den durch die kommentarspalten sabbernden reaktionären irrsinn, nachdem göttingen ein von linken schlägerbanden kontrolliertes nest der gewalt ist, auch nur ansatzweise zu bestätigen.
4. die kommentare, die das gt verfasst, dienen dazu, das offensichtliche noch einmal mit ein wenig ressentiment zu bepinseln. nachdem „toleranz anders aussieht“ wenn mitarbeiter der ausländerbehörde als rassistInnen bezeichnet werden, „alle seiten sich beruhigen“ sollten, nachdem die polizei, wie jetzt noch deutlicher wurde, aus völlig hahnebüchenden gründen durch das privatleben der göttinger szene trampelte, ist der „brandanschlag“ nun das werk von „frühpubertären“. naja, da wird die polizei wohl in den nächsten tagen die orientierungsstufe durchsuchen und nach szenetypischen utensilien wie tokyo-hotel tshirts suchen müssen.

was nicht geklärt ist:
1. was zur hölle an alleskleber und streichhölzern „szenetypisch“ ist.
2. worauf die kommentarspaltenfreikorps des gt jetzt ihren gerechten zorn des geprellten einfachen mannes richten sollen.
3. ob man bei der polizei auch für einen solchen griff ins klo befördert wird – einfach nur weil man’s den linken so richtig gezeigt hat.