ein kristall der widerlichkeiten

es gibt ereignisse, auf die blickt man, und je länger man blickt, umso mehr organisiert sich die welt um sie herum. thomas maul hat ein buch geschrieben, das auf so beispiellose weise alles vereint, was an rechtskonservativen ressentiments sich unter dem namen „antideutsche kritik“ versammelt, dass es das elend der linken in konzentrischen kreisen um sich zu versammeln scheint. selbst beim ça ira-verlag, von dem man so einiges, eben nur nichts gutes, erwartet, haut es mich immernoch vom hocker, dass ein buch mit einem solchen deckel:

erscheinen kann. natürlich will es in spätestens ein paar wochen wieder keiner gewesen sein und man müsse trotzdem einsehen, was die ad’s alles wichtiges in die diskussion und – ja wir kennnen den text. ist natürlich käse. falls man es so kryptohegelsch-tresendialektischa aufziehen möchte wie der gute maul es tun würde: in seinem buch verdichtet sich der allgemeine wahn des mit sich selbst identischen antideutschen schwachsinns zu einem mit suizidalem verve vorgetragenen taumel der unmöglichkeiten. und weil man das nicht alles nocheinmal durchdeklinieren muss: hier zwei beiträge, die sich der undankbaren aufgabe verschrieben haben, diesen wahnsinn zu kritisieren:
ofenschlot: thomas maul und der bankrott
rhizom: sex, djihad und plagiat
update (01.08.2010): ofeschlot: letzte worte
aber mal im ernst:

Krieg den deutschen Zuständen! Allerdings! Sie stehn unter dem Niveau der Geschichte, sie sind unter aller Kritik, aber sie bleiben ein Gegenstand der Kritik, wie der Verbrecher, der unter dem Niveau der Humanität steht, ein Gegenstand des Scharfrichters bleibt. Mit ihnen im Kampf ist die Kritik keine Leidenschaft des Kopfs, sie ist der Kopf der Leidenschaft. Sie ist kein anatomisches Messer, sie ist eine Waffe. Ihr Gegenstand ist ihr Feind, den sie nicht widerlegen, sondern vernichten will. Denn der Geist jener Zustände ist widerlegt. An und für sich sind sie keine denkwürdigen Objekte, sondern ebenso verächtliche, als verachtete Existenzen. Die Kritik für sich bedarf nicht der Selbstverständigung mit diesem Gegenstand, denn sie ist mit ihm im reinen. Sie gibt sich nicht mehr als Selbstzweck, sondern nur noch als Mittel. Ihr wesentliches Pathos ist die Indignation, ihre wesentliche Arbeit die Denunziation.

(marx)
in diesem sinne: ça ira enteignen, thomas maul in die produktion. und wenn jetzt wieder jemand mit „das ist kein umgang mit innerlinker kritik“ kommt, dem sei gesagt: wer diesen konterrevolutionären, rassistischen und sexistischen schwachsinn auch nur in seinem politischen umfeld duldet, der kritisiert nicht innerlinks – und wird dementsprechend auch nicht innerlinks zurückkritisiert.