perlen aus dem trog gefischt

da hustet und hetzt man durch den alltag, geduckt unter dem gewicht des schlechten gewissens, all die wirklich wichtigen dinge dennoch nicht erledigt zu bekommen – z.B. die rezension zu „der kommende aufstand“ zu verfassen, die man, wie auch all die anderen lieben onlinegenossInnen, ständig nur ankündigt, während man versucht, zumindest die gröbsten schmutzablagerungen auf dem noch garnicht beschriebenen papier der aufmerksamkeit für eine solche wegzukratzen, und da muss man feststellen, dass der bisher vielleicht treffendste und stechendste verriss des wirklich ekelerregenden jungle-world artikels sich ausgerechnet in der jungle-world findet. nun, wer seine schleusen allem unrat öffnet, dem wird auch die ein oder andere flaschenpost in die hände fallen – und, ungeübt das gute vom schlechten zu trennen, wird er es eben als gutes nicht erkennen und dennoch veröffentlichen. zumal der artikel ja eigentlich auch nur sein bestes tut, um wieder einiges an blicktrübungen zu beseitigen, die einer wirklichen betrachtung im wege stehen, insofern also nicht zu offen position bezieht. die frage „wie konnte denen das passieren?“ wäre also beantwortet. nicht beantwortet wäre, wie man jetzt damit umgehen soll. nachdem ich aber schon aus geringeren gründen schundblätter verlinkt habe, und copy-and-paste diebstahl meine sache nicht ist: hier einfach der link. kommentar- und farblos. viel spaß!
[UPDATE: exquisit komisch ist nun, dass das naziintellektualitätssuggestionsblättchen „sezession“ den text und seine rezensionen mittlerweile auch entdeckt hat: komisch ist daran zweierlei. erstens, dass sie den konsens von faz bis sz aussprechen:
„Die Linke wird niemals aus der Geschichte lernen; ihre Irrtümer und Illusionen werden in endloser Folge wieder und wiedergeboren. Ihre Apokalypsen, Umstürze, Revolutionen haben niemals zur Freiheit geführt, sondern immer nur, um es mit Armin Mohler zu sagen, entweder der Mafia oder dem Gulagstaat oder beiden zusammen den Weg geebnet. Beide stehen in einem oft übersehenen Wechselverhältnis: die Anarchisierung der Gesellschaft bedeutet nichts anderes als ihre Aufspaltung in einander bekämpfende Wolfsrudel; der Staat, der das in den Griff kriegen will, müßte heute zum brutalen totalitären Repressionsapparat verkommen, zum nach Nietzsche „kältesten aller Ungeheuer“.“
und der leserin zweitens dann als alternative ernst jünger aufschwatzen wollen. aber wenn wir johannes thumfart auf seiner argumentativen butterfahrt in jw und taz folgen, dann sind die nazis hier mal wieder einfach zu doof ihresgleichen zu erkennen…]