Schweinereien

vögeln swV. vulg‚begatten‘ ( 15. Jh.). Fnhd. vog(e)len. Vermutlich zu der gleichen Grundlage wie ficken (aus g.*fug-, fukk), also `stoßen‘ (iterativ), doch ist das Wort schon sehr früh auf Vogel bezogen worden, so daß es in früher Zeit nur in bezug auf Vögel belegt ist. Vgl. im Limburgischen vogelen, fokkelen für das Begatten von Hühnern. Die Einzelheiten sind klärungsbedürftig.

So schreibt mein Etymologisches Wörterbuch und hat mir damit stille Freude in mein Familienfeierexil im tiefen Schwaben getragen, die ich einfach teilen muss.
Auf Wiktionary finden sich auch Deklinationstabellen und andere Feinheiten zu dieser schönsten aller Bezeichnungen, die „salopp“ für „den Geschlechtsakt vollziehen“ herhalten müssen:

[2] stark veraltet beziehungsweise untergegangen: Vögel fangen
[3] stark veraltet beziehungsweise untergegangen: aus dem Vogelflug weissagen
[4] stark veraltet beziehungsweise untergegangen; in Bezug auf Menschen: hin- und herschweifen, ein unstetes Leben führen

Oberbegriffe:
[1] koitieren
Unterbegriffe:
[1] durchvögeln

Nun, wie sich Begriff, Oberbegriff und Unterbegriff zueinander verhalten, das zu Begreifen wollen wir den Experten überlassen. Zumindest hat das Wort durch seine Genesis in meinen Augen nicht verloren: die wunderschön flattrig-flügelige Assoziation bleibt erhalten, aber das Wissen, dass es einmal „Vögel fangen“, „aus dem Vogelflug weissagen“ und „ein unstetes Leben führen“ geheißen haben mag, das verleiht mit schelmischem Zwinkern, mythisch-romantischer Aufladung und der Freude an dem Ausbruch dem Wort das Spiel, das Sprache funkeln lässt.
Ein Wermuthstropfen bleibt aber:

„Und hinten drein komm ich bey Nacht und vögle sie daß alles kracht“

Soll Goethe getoilettenwandreimt haben – so hat dann ausgerechnet er wieder einmal bewiesen, dass ein schönes Wort gegen einen langweiligen Kalauer nicht ankommt.