Archiv für Juni 2011

Karneval der Strukturen

in der spätimperialistischen Welt wird viel gewurschtelt. Das liegt in der Natur der Sache einer Gesellschaftsordnung, die einerseits ständig und überall aus dem Leim geht, aber andererseits immernoch Dynamiken entfesselt, die alle Nähte zu sprengen drohen. David Foster Wallace hat dafür in seinem Roman das schöne Zerrbild des „Experialismus“ erfunden – ein Imperialismus, der sich derart aggressiv nach innen und außen wendet, dass er beginnt, die eigene Peripherie mittels Zwangsevakuierung zu dekultivieren und nach völliger Unbrauchbarmachung anderen auf´s Auge zu drücken. In einem Unternehmen hieße das Outsourcing, im Falle eines Staates tituliert der Roman es als politische Agenda des ONANismus. Und wie im Großen schon keiner mehr durchblickt, so verheddert sich auch das Kleine – zum Beispiel die Frage nach dem Drogenkonsum und seiner Verfolgung in einer kleinen, provinziellen Tennisakademie. (mehr…)